Jugenderlebnisse
Die heutige Fernsehsendung in S3 über kalorienbewußtes Essen in Bad Rippoldsau führte mich auf die Website des Ortes und über den Link zum "Klösterlehof". Mit Interesse habe ich die Geschichte Ihres Hauses nachgelesen, da ich selbst Anfang der 50er Jahre als Schüler zweimal mit "Pro Juventute" aus Mannheim dort in Ferien war. Ich kann mich noch sehr gut an Ihre Großmutter erinnern, eine recht resolute Dame, die damals immer um Kindergruppen bemüht war.
Vor dem Haus stand damals eine Tanksäule von "Shell", bei der mit Hand das Benzin in zwei Glaszylinder gepumpt wurde, ehe es in den Autotank gefüllt werden konnte. Für die Zweitakter benötigte man noch Öl aus Dosen, die nach Gebrauch in hohem Bogen in den dahinter fließenden Bach geworfen wurden. Umweltschutz war damals wohl noch ein Fremdwort.
Als eines Tages ein Besucher aus Freiburg erwartet wurde, der das Haus für eine größere Gruppe anmieten wollte, beorderte Ihre Großmutter unsere Gruppe in Badehosen zur Bachreinigung. Der Besucher sollte einen rundum guten Eindruck bekommen. Wir haben damals über 200 Dosen aus dem Bach geholt, und jeder bekam danach eine Flasche "Rippoldsauer Silber", das mit dem süßen Geschmack. Damals fuhr noch die "Schwarzwaldpost", ein Bus von Freiburg nach Baden-Baden, der mit einer lauten Huptonfolge sein Kommen ankündigte. Er hielt unmittelbar vor dem Haus und nahm die Post mit.
Ich bin seitdem nicht mehr in Bad Rippoldsau gewesen. Die letzten zwei Jahrzehnte habe ich mit meiner Familie in Südamerika gewohnt. Wir sind erst vor kurzem wieder nach Deutschland zurückgekehrt und machen häufig Kurzurlaube. Ihre Angebote klingen recht verlockend, doch müssen wir uns "Schlemmerwochen" leider versagen. Eine 1000-Kalorien-Ernährung ist eher angesagt, und falls wir uns für die Klinik in Bad Rippoldsau entscheiden sollten, werde ich gern einmal bei Ihnen reinschauen.
Jürgen Popelka